Führung durch die aktuelle Ausstellung "von sonnenaufgang an". Jeden 1. Sonntag im Monat
„ich wollte kirchenmaler werden“, sagte Hermann Nitsch. Das Sakrale bildet den Kern seines Orgien Mysterien Theaters. Seit 1957 verstand er religiöse Rituale als sinnliche Verdichtungen existenzieller Erfahrung. Liturgische Farben, Kreuze und Monstranzen sind in seinem Werk keine Zitate, sondern Ausdruck eines radikalen künstlerischen Anspruchs: Leben in all seinen Extremen erfahrbar zu machen.
Die Ausstellung fokussiert die sakrale Motivsprache Nitschs seit den frühen 1970er-Jahren. „Sakral“ bedeutet dabei die Summe der gesamten Seinserfahrung. Malereien, Landschaftsaufnahmen, Videos und Klang verdichten sich zu einem atmosphärischen Erfahrungsraum, in dem Zeitlichkeit, Natur und Intensität zentral erfahrbar werden. Die Natur des Weinviertels wird zum Resonanzraum des Werks.