Vor etwa 100 Jahren entstand Kurt Schwitters’ Ursonate. Der dadaistische Künstler und Dichter arbeitete daran insgesamt 9 Jahre, von 1923 bis 1932. Es ist ein Lautgedicht, komponiert in den Sätzen einer Sonate: Exposition, largo, scherzo, presto, finale. Das Präfix Ur- legt nahe, diese Sonate als eine Komposition aus primärer sprachlicher Materie zu verstehen. Schwitters sprach daher auch von einer „Sonate aus Urlauten“. Es wäre dann, als ob die Komposition aus einer sprachlichen materia prima ein autonomes und abstraktes Sprachbild formt, das auf den ersten Blick an ein rhythmisches Durcheinander von Lauten und Schreien erinnert.